15/5/2022
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Pitch & Beer 2022: Rödentaler Startup räumt Jury- und Publikumspreis ab

Nach zwei Jahren Corona-Pause war es Mitte Mai endlich wieder soweit – bei Pitch & Beer präsentierten sechs fränkische Startups sich und ihre Geschäftsideen vor einem großen Publikum und vor allem einer renommierten deutschlandweiten Jury. 
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Endlich wieder persönlich – endlich wieder Publikum – das war der Tenor aller Startups an diesem Abend, die ihr Unternehmen zum Teil erstmalig live vorstellten. Und das vor einer beeindruckenden Kulisse: Über 100 Gäste kamen in den Innenhof der Digitalen Manufaktur in Rödental, der sich für einen Abend in einen Biergarten verwandelte. Dank schönstem Sommerwetter, der bayrisch-tiroler Verköstigung durch die neu entstehende Coburger FoodBar, die musikalische Untermalung von Mario Bamberger und seinen Gaudi-Buam und der fränkisch-herzlichen Moderation von Fernseh-Kommissar Andreas Leopold Schadt kam für die Zuschauer auch beste Biergarten-Stimmung auf.

Doch direkt bei den ersten Pitches war klar – Startups und Jury waren an dem Abend nicht nur zur Unterhaltung da. Nach dem Motto „Deine Bühne. Dein Pitch. Deine Chance.“ wollten alle sechs Gründerteams ihre sechs Minuten Pitch nutzen, um Jury und Publikum zu beeindrucken und die insgesamt ihre Chance auf insgesamt 3.000 Euro Preisgeld und drei Monate Coworking nutzen.

„Wir freuen uns, dass wir den Startups endlich wieder eine große Plattform bieten konnten,“ sagt Jochen Flohrschütz, Geschäftsführer von Zukunft.Coburg.Digital. „Die jungen Unternehmer haben nicht nur die Chance, ihr Geschäftsmodell potenziellen Kunden vorzustellen, sondern auch wertvolles Feedback von Startup-Experten zu bekommen.“

Die Jury präsentierte sich in diesem Jahr mit geballter Startup-Experten-Power

Neben Matthias Pierzyna, Innovationsmanager bei der HUK Coburg und Cengiz Kurt, selbst Gründer, Mentor und Investor aus dem Coburger Gründerzentrum, kamen in diesem Jahr auch Juroren aus Berlin und Oberschneiding nach Coburg: Simon Müller von wattx aus Berlin schaute, in wie weit die Gründer auch in das Mittelstandsumfeld des Maschinenraums von Viessmann passen und Alexander Dorn von der Silicon Valley School in Niederbayern gab den Startups die Chance, sich direkt auch für das neunmonatige Startup-Programm in Kooperation mit der Santa Clara University im Silicon Valley zu empfehlen.

Den Abend eröffnete Yannic Höhnle vom Startup Myriad Garden. Sie entwickeln mit Raumfahrttechnik einen vertikalen Garten, der es nicht nur ermöglicht auch im Winter Obst und Gemüse anzubauen, sondern auch noch Wasser und Erde spart. Die ersten Gärten sind bereits verkauft – und die Jury war begeistert. Als zweites präsentierte Philipp Miehlke von GreenDrivingCoach aus Nürnberg ihre Idee, wie Autofahrer durch ihre App und die Anpassung des eigenen Fahrverhaltens mittels Gamification Benzin und Energie einsparen können. Eine Idee, die nicht nur die Jury, sondern auch schon Kunden mit großen Flotten wie zum Beispiel Lieferdienste begeistert. Den Abschluss vor der Pause machte Valentin Kummert, der mit seinem Startup degaso in der Digitalen Manufaktur in Rödental sitzt: Er entwickelt ein Kassensystem für die Gastronomie, das vollkommen unabhängig von Hardware und Anzahl der Mitarbeiter funktioniert.

Das Startup Skincare eröffneten den zweiten Teil des Abends – mit ihrer App, die Menschen mit Akne in Zukunft nicht nur helfen soll geeignete Pflegeprodukte zu finden, sondern auch umfassende Informationen liefert. Eine schauspielerische Leistung lieferten die Gründer von CentralSpot bei ihrem Pitch und stellten nach, wie es ihren Kunden aus Handwerk und Mittelstand geht, bevor sie ihre Lösung zur Auftragsverwaltung nutzen: Chaos, Papier und nervige Telefonate – all dies wird durch ihre Lösung digitalisiert und vereinfacht. Der letzte Pitch des Abends gehörte wieder einem Rödentaler Mieter: Dimitrij Valiachmetov mit seinem Startup vebasoft, das Profi-Fußballvereine mit einer Software das Scouten von neuen Spielern erleichtert.

Auf der Open Stage im Zwei-Minuten-Pitch überzeugen

Damit waren alle sechs Startups, die sich Hoffnung auf den Gewinn machen konnten, gehört – da sich allerdings 13 Gründerteams beworben hatten bekamen alle anderen auf der Open Stage noch die Chance in zwei Minuten ihre Ideen und Geschäftsmodelle vorzustellen. Diese Chance nutzen Tobias Leisgang mit seiner Idee eines Fitnessstudios, in dem die Innovationskraft trainiert wird, Marcel Binzendörfer mit seinem Projekt VomLando für mehr Sichtbarkeit von Direktversorgern, Andreas Jugenheimer mit seiner Doppelbund-Hose und das Team von Smalr, mit ihrer Lösung zur Gewichtsreduktion.

Die wichtigste Entscheidung des Abends

Während die Jury sich für ihre Entscheidung zurückzog, gab es die erste Entscheidung des Abends über den Gewinner von Pitch & Beer. Mit überragender Mehrheit von über 50 Prozent entschieden die Zuschauer per App-Abstimmung für Valentin Kummert und seine Gastro-Kasse als Gewinner des Publikumspreises.

Und während der schon gefeiert wurde, kam auch die Jury mit ihrer Entscheidung zurück: Auch der mit 2.500 Euro dotierte Jury-Preis ging an den Rödentaler Gründer – und der konnte sein Glück kaum fassen, dass er bei seinem ersten Pitch direkt beide Preise absahnt. Gut gebrauchen kann er das Preisgeld, denn es fließt direkt in die Weiterentwicklung des Produkts: „Durch das Preisgeld kann ich für die kommenden Monate meine bisherige Design-Praktikantin als 450-Euro-Kraft anstellen,“ freute sich Valentin.

Die Entscheidung war knapp, denn die Jury war von allen sechs Pitches begeistert. Lange wurde diskutiert, am Ende hat die Mischung aus Idee, Präsentation und aktueller Gründungsphase bei degaso am meisten überzeugt.  

„Letztlich zeigt der Abend, dass jeder Teilnehmer ein Gewinner ist“, sagt Eva Kollmann, Netzwerkmanagerin von Zukunft.Coburg.Digital.

Denn was alle Teams mitnahmen, war das Feedback der Jury, neue Kontakte und potentielle Kunden – zum Teil sogar aus der Jury. Eine Teilnahme lohnt sich also nicht nur für die Gewinner des Preisgeldes. In diesem Sinne: Wir freuen uns alle auf die vierte Ausgabe von Pitch & Beer 2023 – dann hoffentlich ohne zwei Jahre Pause!

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